Singapore Airlines Business Class Bett im A350 auf dem Nachtflug nach Singapur
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Review: Singapore Airlines Business Class im A350 von Amsterdam nach Singapur

Travelhacks Autor Dominik

Dominik

calendar_today 26.09.2026schedule 5 Min.

Es gibt Buchungen, bei denen man Monate später ins Meilenkonto schaut und denkt: Gut, dass ich damals zugeschlagen habe. Genau so eine war dieser Flug. Amsterdam nach Singapur in der Singapore Airlines Business Class im A350 – gebucht mit Miles & More-Meilen, und zwar bevor Lufthansa die dynamische Bepreisung eingeführt und damit die Preise für Partner-Airlines angehoben hat.

Heißt im Klartext: Dieser Preis existiert nicht mehr. Trotzdem – oder gerade deshalb – lohnt sich der Blick, was man für diese Meilen bekommen hat.

Singapore Airlines Airbus A350 am Gate in Amsterdam Schiphol

Grauer Schiphol-Morgen, gutes Flugzeug: der A350 kurz vor dem Boarding. MEILENLOGIK

Die Buchung: Was ich bezahlt habe

Fangen wir mit dem Teil an, der für Sammler eigentlich der spannendste ist – der Award-Buchung:

  • Programm: Miles & More (Einlösung auf einem Partner Award bei Singapore Airlines)
  • Meilen für 2 Personen: 106.500 Meilen – dank Companion-Rabatt
  • Regulär pro Person: 71.000 Meilen
  • Zuzahlung gesamt: 166,66 €
  • Cash-Preis des Fluges: 6.210 €
  • Heutiger Meilenpreis pro Person: 100.000 Meilen

Der Companion-Rabatt ist hier der heimliche Star: Statt 142.000 Meilen für zwei Personen waren es 106.500 – also gut ein Viertel gespart, nur weil zwei Reisende auf einer Buchung waren.

Der ehrliche Blick auf den Punktwert

Rechnen wir das durch. Der Punktwert (cpp – cents per point) ergibt sich aus (Cash-Preis − Steuern und Gebühren) ÷ Meilenanzahl:

(6.210 € − 166,66 €) ÷ 106.500 Meilen ≈ 5,7 Cent pro Meile

Zur Einordnung: Ab 1,5 Cent gilt eine Einlösung als ordentlich, ab 3 Cent als sehr gut. 5,7 Cent sind eine andere Liga. Und das ist noch die konservative Rechnung – legt man 6.210 € pro Person zugrunde, wird das Ergebnis absurd.

Genauso wichtig wie die Meilen: die 166,66 € Zuzahlung. Wer schon mal einen Lufthansa-Award in der First Class kalkuliert hat, kennt das Meilen-Paradoxon – da frisst der Treibstoffzuschlag (YQ) den Vorteil gleich wieder auf. Hier eben nicht.

Warum sich Einlösungen trotz hoher Zuschläge trotzdem rechnen können

Noch mehr Einlösungen mit niedrigen Gebühren – 8 Optionen ohne Treibstoffzuschlag

Warum es diesen Preis heute nicht mehr gibt

Gebucht habe ich vor der Einführung der dynamischen Preise bei Miles & More – und vor der damit verbundenen Erhöhung für die Partner-Airlines.

  • Damals: 71.000 Meilen pro Person
  • Heute: 100.000 Meilen pro Person

Das sind 29.000 Meilen mehr pro Kopf, ohne dass sich am Produkt irgendetwas geändert hätte. Lehrbuchmäßige Devaluation (Abwertung) – und ein sehr konkretes Argument für die goldene Regel der Community: „Earn and burn". Meilen, die im Konto liegen, verlieren an Wert. Meilen, die geflogen werden, nicht.

Boarding in Amsterdam und der erste Eindruck

Amsterdam Schiphol, Gate G4, grauer Himmel – der klassisch unspektakuläre Rahmen für einen sehr spektakulären Flug.

Meine Erfahrung in der Aspire Lounge 41 in Amsterdam als Singapore-Airlines-Gast

An Bord dann der Moment, den ich an Singapore Airlines so mag: Man betritt die Kabine und weiß sofort, dass hier jemand über Materialien nachgedacht hat. Das Interior ist sehr hochwertig – warme Brauntöne, Kupferakzente, Leder, das nicht nach Sparversion aussieht.

Singapore Airlines Business Class Kabine im A350 mit KrisWorld Startbildschirm

„Welcome Aboard" – und rechts unten schon das Kissen, das den halben Flug begleitet. MEILENLOGIK


Business Class Sitz 14D im Singapore Airlines A350

Sitz 14D. Breit, geschützt, und der Bildschirm ist alles andere als knapp bemessen. MEILENLOGIK

Hard Product: Sitz, Ablagen und die Sache mit der Schräglage

Beim Hard Product wird es interessant – und hier ist meine Bewertung zweigeteilt.

Was überzeugt:

  • Der Sitz ist sehr gemütlich und breit. Kein Reinquetschen, kein Ellenbogen-Tetris.
  • Die Verarbeitung wirkt durchgehend wertig, nicht wie ein Produkt, das den nächsten Sparzyklus schon hinter sich hat.
  • Stauraum direkt am Sitz: In der Konsole liegen die Noise-Cancelling-Kopfhörer griffbereit.
Konsole am Business Class Sitz mit Noise-Cancelling-Kopfhörern

Kopfhörer, Bedieneinheit, Ablage – alles da, wo man es sucht. MEILENLOGIK


Business Class Sitz mit Kissen und Decke vor dem Abflug

Startaufstellung. Danach wird umgebaut. MEILENLOGIK

Und der Punkt, den ich ehrlich nennen muss:

Am Anfang war es etwas ungewohnt, leicht schräg zu liegen. Wer eine perfekt gerade Fläche erwartet, muss sich kurz umgewöhnen. Die gute Nachricht: Man gewöhnt sich sehr schnell dran. Nach der ersten halben Stunde war das für mich kein Thema mehr – aber es ist der eine Punkt, an dem sich das Produkt von einem komplett flachen Bett unterscheidet.

Voll flach ausgefahrene Liegefläche in der Singapore Airlines Business Class

Matratzenauflage, dickes Kissen, Decke – die Crew macht das Bett auf Wunsch. MEILENLOGIK


Singapore Airlines Business Class Bett im A350 auf dem Nachtflug nach Singapur

Singapore Airlines Business Class Bett im A350 auf dem Nachtflug nach Singapur. MEILENLOGIK

Soft Product: Der Service

Hier gibt es wenig zu diskutieren. Der Service war wundervoll und sehr aufmerksam. Das Soft Product ist bei Singapore Airlines seit Jahren der Grund, warum die Airline in jeder Diskussion auftaucht – und dieser Flug hat den Ruf bestätigt. Aufmerksam heißt hier: präsent, ohne penetrant zu sein.

Das Essen: Für mich das Highlight

Ich sage es offen: Ich liebe asiatisches Essen – insofern bin ich hier nicht der neutralste Rezensent. Aber: Das Essen war sehr lecker. Leider habe ich nicht von allen Gängen Fotos gemacht. Aber die, die ich habe, teile ich hier gerne mit euch.

Vorspeise mit Entenbrust, Pilzen und Fenchel in der Business Class

Vorspeise mit Weißwein – Tischdecke inklusive, wie es sich gehört. MEILENLOGIK


Kugel Eis als Dessert in der Singapore Airlines Business Class

Dessert. Unspektakulär serviert, genau richtig temperiert. MEILENLOGIK

Vor der Landung dann der zweite Service:

Frühstückstablett mit Croissant, Joghurt und Obst

Croissant, Joghurt, Obst – solide Basis. MEILENLOGIK


Rührei mit Speck, Champignons und Spinat auf Toast

Rührei mit Spinat, Speck und Champignons. Warm, ordentlich, kein Gummi-Ei. MEILENLOGIK

Mein Fazit

Diese Buchung ist ein Lehrstück in zwei Teilen.

Teil eins: Das Produkt liefert. Sehr aufmerksamer Service, ein breiter und gemütlicher Sitz, hochwertiges Interior und richtig gutes Essen – die einzige Einschränkung ist die anfangs leicht schräge Liegeposition, an die man sich schnell gewöhnt. Für einen Flug von Amsterdam nach Singapur ist das eine Kombination, bei der die Langstrecke plötzlich kein Ausdauersport mehr ist.

Teil zwei – und der tut ein bisschen weh: 71.000 Meilen pro Person, 106.500 Meilen für zwei dank Companion-Rabatt, 166,66 € Zuzahlung gegen einen Cash-Preis von 6.210 €. Ein Punktwert von rund 5,7 Cent pro Meile – und heute kostet derselbe Flug 100.000 Meilen pro Person. Der Sweetspot ist Geschichte, weil Miles & More auf Dynamic Pricing umgestellt und die Partner-Preise angehoben hat.

Die Lehre daraus ist unbequem, aber eindeutig: Wer einen guten Award-Preis sieht, sollte ihn buchen – nicht sparen. Das Meilenkonto ist kein Sparbuch. Es ist ein Gut mit Ablaufdatum.


Und jetzt du: Hast du auch noch eine Buchung zum alten Miles & More Partnerpreis erwischt. Schreib's mir in die Kommentare. 👇

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